#5 - Frust beim Hund: Wenn Erwartungen auf Grenzen treffen

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Frust beim Hund entsteht, woran ihr ihn erkennen könnt und warum er zum Leben dazugehört. Wir erklären, welche Fähigkeiten ein Hund braucht, um mit enttäuschten Erwartungen umzugehen, warum Frustrationstoleranz gelernt werden muss und wie ihr euren Hund dabei im Alltag unterstützen könnt.

Wann wird Frust zum Problem? Wie viel Frust braucht es, damit Lernen überhaupt möglich ist? Und warum reicht klassisches Impulskontrolltraining allein nicht aus?

👇🏻Erzählt uns gerne in den Kommentaren: In welchen Situationen wird euer Hund besonders schnell frustriert?

Mehr über uns findet ihr hier: Instagram LakeDog: @lakedog_akademie Instagram Fabio: @fabio.unverstellt

Transkript anzeigen

00:00:00: Extrem viele Hunde in der Hundebegegnung haben kein Aggressionsproblem, sondern ein Frustproblem.

00:00:22: Ich sage dann immer, lass uns erst mal schauen, ob es tatsächlich mit dem Hund zu tun hat oder ob das einfach nur das Symptom ist.

00:00:39: Da steckt was ganz anderes dahinter und oftmals ist das Thema Frust.

00:00:43: Und Frust ist auch unser heutiges Thema und ich würde sagen da gehen wir jetzt erstmal tiefer rein.

00:00:48: Also Frust als allererstes eine Emotion.

00:00:54: Das, was wir sehen, ist ja im Endeffekt nicht die Emotion an sich sondern dass das Verhalten daraus resultiert.

00:01:03: wenn wir eine Situation haben.

00:01:05: Vielleicht muss ich noch ein Stückchen zurückspulen, um überhaupt erst mal zu erklären wie das Ganze entsteht.

00:01:10: Frust ist ja im Prinzip die Emotion, die entsteht, wenn man einen Wunsch hat jetzt zum Beispiel und auch die Erwartung hat dass dieser Wuns sich erfüllt.

00:01:22: Das kommt dann eben nicht so wie man sich das vorgestellt hat und dadurch entsteht da eine Präzikfrust ne?

00:01:28: Und Frust hat meistens Eine Beimischung von anderen Emotionen, da kann Wut mit rein spielen.

00:01:37: Das ist tatsächlich auch das was man am häufigsten dann sieht, dass dann der Wut rein spielt und es dann eben dieser Klassiker, der Vokatrin gerade vorher schon gesagt hatte, der Hund, der dann eben an der Leine komplett ausrastet teilweise wirklich schreit.

00:01:52: Wir haben selber im Team da so ein Kandidat.

00:01:55: Ich weiß gar nicht, wie ihr meint!

00:01:58: So leicht übertreibt mit seiner Lautstärke?

00:02:00: Ja und aber das ist der Klassiker und er hat eine bestimmte Vorstellung.

00:02:04: Er würde gerne beispielsweise in Kontakt gehen mit einem anderen Hund.

00:02:07: Er wird gehindert eben dann im meisten Fall durch die Leine.

00:02:11: Man geht spazieren es geht nicht man kann ja nicht hin und dann entsteht quasi Frust.

00:02:16: Man wird mütend und in dem Fall dann wird Gebell geschrien und teilweise kommen dann natürlich auch andere Dinge mit dazu.

00:02:25: Gerade beim Hund passieren dann auch gerne solche Sachen, dass sie dann natürlich den Frust und die Wut irgendwie loswerten wollen und sich zum Beispiel dann auch rückorientieren an der Leine.

00:02:35: Die merken okay da ist eine Begrenzung und dann drehen Sie sich halt um und schnappen zB gern auch in die Leine oder teilweise auch in Beine, Hände, Arme vom Halter oder demjenigen, der eben da dann gerade im Weg steht sozusagen und der so ein bisschen für den Hund die Verantwortung trägt.

00:02:54: Dass er da nicht zu seinem Ziel

00:02:56: kommt.".

00:02:56: Genau du hast ja auch grad schon gesagt es sieht halt auch super unterschiedlich aus.

00:03:00: um.

00:03:00: was ich da alt auch ganz wichtig finde ist umso höher die Erwartung an das was der Hund sich da grade gewünscht hat um so drückender ist quasi auch diese Emotionen.

00:03:10: Das kennt auch jeder von uns im Menschenalltag, also beispielsweise ich stehe an einem Getränkeautomat und möchte da irgendwie was mein geliebtes Red Bull rauslassen.

00:03:20: wer auf meinen Geld da rein und es kommt einfach nichts raus.

00:03:23: Und dann habe ich ja irgendwo auch Frust.

00:03:25: und da meine Erwartung an eine Red Bull immer sehr hoch ist Also wäre das jetzt zum Beispiel ein Wasser wo ich da jetzt irgendwie rauslasse hätte ich gesagt okay gut kommen egal ist halt.

00:03:35: so hol ich mir was anderes.

00:03:37: Aber wenn ich ein Red Bull will und die Erwartung habe, ich bekomme jetzt mal einen Red Bull!

00:03:41: Und das wird nicht gestillt dann hab' ich auch wirklich frustriert.

00:03:44: Kann es sein dass ich den Getränkeautomaten böse beschimpfe?

00:03:49: Das ist ja das was wir halt bei den Hunden sehen.

00:03:51: je nachdem wie die Erwartungen in der Situation war kann sowas echt richtig heftig aussehen.

00:03:57: Ja, ich habe da gerade auch gemerkt Katrin das ist super individuell weil auch in deinem Menschenbeispiel.

00:04:02: Ich hatte auch schon mal so einen Fall, da ging es aber um Süßigkeiten und dass die einfach hängen geblieben sind der Spirale.

00:04:08: Und bei mir war's dann nicht dieses Rütteln sondern ich hab tatsächlich nochmal Geld nachgelegt und noch einmal was anderes geholt Weil ich wollte unbedingt irgendwas von diesem Automat und habe damit praktisch das angestoßen, bis das andere dann auch nochmal rausfällt.

00:04:21: Ja und was da dann ja häufig auch grad der Klassiker ist Und das ist ja auch das, warum Gust wieder wichtig ist eigentlich.

00:04:30: Das erklärt das ganz gut.

00:04:31: wenn wir jetzt bei dem Automaten bleiben hast du es ja meistens so da kommt eben nicht raus was man sich wünscht.

00:04:37: Fabio, du warst intelligent und hast tatsächlich nachgedacht.

00:04:41: Und hast überlegt okay wie kann ich es lösen?

00:04:44: Das ist ja auch das was Frust gewirken soll.

00:04:46: Das soll bewirken dass man eben weitergeht, dass man weiter ausprobiert.

00:04:51: In den meisten Fällen sind dann die Menschen oder Runde nicht ganz so intelligent und können ganz gut auf ihre kognitiven Ressourcen zurückgreifen wie du jetzt Fabio.

00:05:02: aber was man häufig sieht ist dieser Klassiker, ich drück noch mal drei Mal mal viermal auf diesen blöden Button, dass endlich dieses Getränk daraus kommt oder die Süßigkeit.

00:05:12: Und das hat man halt bei den Hunden auch.

00:05:13: Die merken ich komme nicht vorbei zu einer Knalligkeit nochmal drei, vier, fünf Mal in die Leine und mache es noch einmal doller.

00:05:20: Das zeichnet das eigentlich so aus.

00:05:22: im Endeffekt?

00:05:24: Ja und es ist auch das wo wir nachher glaube ich auch nochmal zu sprechen kommen gerade welche Kompetenzen man eben braucht um jetzt so zu reagieren wie Fabio sagt und sagt okay das kam jetzt nicht raus.

00:05:33: dann nehme ich halt das andere.

00:05:36: Ich weiß zum Beispiel auch, dass die Kompetenzen selbst für mich als Mensch nicht wirklich gut besitze.

00:05:42: Habe ich nie gelernt, aber komme eben nachher drauf zu sprechen und deshalb reagiere ich in dieser Situation schon ganz anders wie Fabio oder Anne-Anne würde.

00:05:50: Auch kontrollierte reagieren und drüber nachdenken und sagen okay, dann mache ich halt was anderes!

00:05:56: Ich muss sagen, ich finde das Thema gerade ganz gut.

00:05:58: Was wir da als Katerin, was du da als Beispiel aufgemacht hast.

00:06:01: Als sie es gerade erzählt haben im Süßigkeitenautomat dachte ich so okay wo?

00:06:03: wie schlage ich jetzt die Brücke?

00:06:05: Aber jetzt wo wir's zusammenfügen find' ich das macht total Sinn weil es kommt ja auch darauf an welche Fähigkeiten habe ich.

00:06:10: Ich hatte jetzt da die Möglichkeit dass ich noch ein Münzstück dabei gehabt hätte.

00:06:14: Hätte ich das vielleicht nicht gehabt diese Alternative.

00:06:16: Hätt ich genauso wie du daran gerüttelt weil ich gesagt hab hey ich will jetzt da dran!

00:06:19: Ich habe er jetzt grad dafür gezahlt für diese Süßkeiten.

00:06:22: also ja total verständlich dass es individuell ist.

00:06:24: Ja

00:06:25: Ja, da sind wir halt auch wieder eben bei dem Thema.

00:06:27: Je nachdem was hat der Hund für die Kompetenzen?

00:06:30: Was hat er für Alternativmöglichkeiten?

00:06:33: Eben was ist die Situation jetzt aktuell und wie kann ich diese Situation quasi auch für den Hund bewältigbar machen?

00:06:39: Und das ist glaube auch der Kernpunkt, was das Thema Frust so interessant macht.

00:06:44: Vielleicht können wir da mal drüber sprechen ob Frust etwas Schlechtes oder was Gutes ist.

00:06:49: Da gibt es ja immer verschiedene Meinungen.

00:06:50: vielleicht können wir ein bisschen Erklärung für die Zuhörerinnen liefern.

00:06:55: Ich habe es gerade eben schon mal so ein bisschen angerissen, dass er dazu da ist.

00:06:59: Wenn man es jetzt einfach mal evolutionär oder biologisch betrachten möchte das ein Lebewesen vorankommt in der Situation.

00:07:07: Das ist eine Evaluation die dazu da sind weiter zu probieren was anderes auszuprobieren und ob's gut oder schlecht ist würde ich sagen situativ zu entscheiden und tatsächlich für eine Intensität abhängig.

00:07:23: Katrin hat das vorher auch schon mal angesprochen, dass wir natürlich im Frust verschiedene Levels haben, die sich unterschiedlich ausdrücken cremen Frust stecke, wo ich dann eben nicht mehr dazu in der Lage bin auf meine Ressourcen zurückzugreifen.

00:07:41: Wie beispielsweise nachdenken was anderes ausprobieren und so weiter.

00:07:45: Dann kann ich ja auch nicht mehr weiterkommen.

00:07:48: Und dann ist Frust noch nicht mehr gut.

00:07:49: vor allem wenn ich da eben drin hängen bleibe und immer noch mehr Wut entwickeln

00:07:54: usw.,

00:07:54: dann ist es mit Sicherheit nicht mehr Gut.

00:07:55: aber eben bis zu dem Grad, wo man dann eben anfängt kreativ zu werden und zu sagen okay was gibt's denn für andere Lösungen?

00:08:02: Und das muss nicht immer ganz gesittet vorgehen, also so wie ich es jetzt gerade beschreibe mit okay was gibt's für andere Lösungen?

00:08:08: Das ist natürlich ein Optimal-Beispiel.

00:08:10: Meistens ist dann schon ein bisschen ein Ärger dabei oder dergleichen.

00:08:15: aber solange finde ich persönlich ist Frust etwas dass einfach dazugehört und zwar für jegliches Lebewesen.

00:08:24: Also ich würde behaupten alle Lebewesen, die irgendwie interagieren und irgendwie mit der Möglichkeit gesegnet sind nachzudenken.

00:08:36: Dass sie auch eben in Frust geraten früher oder später.

00:08:39: Ich finde es ganz wichtig was du gesagt hast Anna dass das zum Leben dazugehört.

00:08:43: Das versuche ich immer auch meinen Kunden mitzugeben.

00:08:45: wir erschaffen ja manchmal eine Welt für den Hund oder manchmal gibt es einfach die Fälle da wird es empfossiert ist der Hund gar keinen Frust erleidet also es wird ihm komplett der Weg geebnet in jeglichen Ebenen, aber manchmal ist das gar nicht erstrebenswert für den Hund.

00:09:01: Ziemlich oft ist es nicht erstlebenswert und ich finde einfach so wie du es gerade gesagt hast, dass wenn es in einem gewissen Rahmen ist... dann hat man da ja auch Bereitschaft, Dinge zu lernen.

00:09:11: Also gerade wenn jemand irgendwie zu mir zum Beispiel sagt du kennst dich in dem Thema nicht aus, dann bin ich vielleicht auch frustig und dann spielt vielleicht auch eher die Emotion Enttäuschung da rein und da bin ich ja auch motiviert mich in das Thema reinzuarbeiten und dir davon zu überzeugen dass ich im Thema gut bin.

00:09:26: Das heißt eigentlich bringt es mich an der Stelle weiter.

00:09:29: wer ist jetzt aber eine hohe Frustlage, wo mich jemand beleidigt oder et cetera.

00:09:33: Dann wäre es wahrscheinlich drüber und ich würde mich wahrscheinlich nicht dann in das Thema so

00:09:37: reinfuchsen.".

00:09:38: Oder eben eine Frustlage bei der du im Prinzip auch weißt dass du keine Lösung finden wirst?

00:09:45: Du bist frustriert weil du möchtest etwas unbedingt oder möchtes gern was erreichen und du weißt aber insgeheim... Du findest keine Lösung.

00:09:52: Und dann ist es natürlich nicht mehr sinnvoll und hilfreich, ne?

00:09:56: Ja.

00:09:56: Ich finde deshalb auch das so extrem wichtig, dass wir das unseren Hunden ermöglichen zu verspüren was die Emotion Frust macht.

00:10:04: Und denen da eben quasi aber auch die Hilfestellung geben wie bewältige Frust.

00:10:08: Also ich versuch ja den Hund nicht in diese Situation alleine zu lassen.

00:10:12: Aber ich finds superwichtig, dass der Hund das die Emotion Frust an sich auch kennenlernt Weil früher oder später, wie wir auch vorhin gesagt haben wird es irgendwie eine Situation kommen.

00:10:21: Auch wenn ich als Mensch sage, ich möchte das irgendwie umschiffen.

00:10:25: Wo ich für mich auch denke weiß ich nicht ob es sinnvoll ist weil eben ja Frust hier auch Antrieb gibt und wenn ich lernen möchte brauche ich Antrieb.

00:10:32: Das heißt dieser Frust ist wirklich biologisch doch auch sinnvoll

00:10:38: Und ich würde da vielleicht auch noch zusätzlich ergänzen.

00:10:41: Ich hatte ja gerade vorher gesagt, dass eigentlich so gut wie jedes Lebewesen irgendwie mal in Situationen kommt, indem es mit Frust konfrontiert sein wird und beim Hund ist aber noch viel krasser.

00:10:53: Also jetzt gerade im Vergleich zum Mensch, der Hund ist eben wie wir auch schon ein paar Mal gesagt haben in einer Menschenwelt und wird dadurch automatisch nochmal deutlich mehr mit Frustsituationen konfrontiert sein weil er sich nicht komplett frei verhalten kann.

00:11:08: Nicht komplett frei entscheiden kann das geht halt nicht.

00:11:12: und deswegen ja es halte der Hund im Endeffekt ein Lebewesen dass glaube ich, ja eins der dem gewesen ist die am meisten mit diesen Emotionen zu rechten kommen muss ob man will oder nicht.

00:11:25: also da geht halt kein weg dran vorbei.

00:11:27: Genau weil es so wie du auch gesagt hast eben dass das hier wirklich um die menschenwelt geht und dadurch erlebt er Hund schon allgemein mehr Frusten er kann halt eben nicht selber entscheiden wann er irgendwo hingeht zu irgendwelchen Schnüffelflecken wann er zu anderen Hunden hingeht, weil der Mensch diese Entscheidung halt schon trifft.

00:11:44: Und wenn ich ihm dann nicht beibringe wie ihr eben mit solchen Situationen umgehen kann ist es natürlich für ihn super schwer in dieser Menschenwelt zu leben.

00:11:51: Ähm aber ja's fängt ja schon bei der Leine an oder?

00:11:54: Also der Hund würde sich ja nicht selber entscheiden jetzt eine Leine zu haben also wenn er raus gehen würde.

00:11:59: das heißt wir schränken ihn ja da schon in die Bewegungsfreiheit ein und schon alleine da muss er damit umgehen können.

00:12:04: Eigentlich fängt sogar schon viel früher an und zwar da wo der Hund bei uns im Haus lebt.

00:12:08: Ja

00:12:09: Ja, weil er kann nicht selbstständig aufs Klo gehen zum Beispiel.

00:12:12: Außer er hat einen Katzenklo was aber sehr selten ist.

00:12:15: also ein Hund der draußen ist, der kann halt einfach sein Geschäft verrichten wenn er muss.

00:12:21: bei uns im Haus ist das halt nicht möglich.

00:12:23: und dass es schon der erste Punkt erlebt bei uns am Haus.

00:12:25: Er kann auch nicht in den Nachbarsgarten reinlaufen und da irgendwie seinen Häufchen hin machen.

00:12:30: Das ist ja woher soll er das wissen?

00:12:32: Dass diese gesellschaftlichen Regeln das jetzt anscheinend nicht möglich ist beim Nachbarn dieses Häufchens abzusetzen.

00:12:38: Woher?

00:12:39: Es ist auch, glaube ich wichtig für viele andere Situationen.

00:12:42: Deshalb praktisch in kleinen Sequenzen immer lernt was es bedeutet das auszuhalten.

00:12:47: Ich meine bei Kindern ist es ja nicht anders.

00:12:49: Ich kann's nicht jedes mal den Kind an der Supermarktkasse irgendwie die Süßigkeit kaufen.

00:12:53: also natürlich kann ich schon machen.

00:12:55: Was das Kinder aber mitlernt ist vielleicht dass es immer bekommt was es möchte wenn schreit etc.

00:13:00: und auch da müssen wir irgendwie so die Verantwortung tragen und sagen okay können wir nicht jedes Mal machen

00:13:07: Ja vor allem würden wir das jedes Mal machen, habe ich ja auch schon wieder mal ein Grundbedürfnis Thema.

00:13:12: Also das Kind wird irgendwann dick hat Karies weil es dauerhaft irgendwelche Süßigkeiten ist.

00:13:17: Schwierig!

00:13:18: Cool jetzt haben wir ja schon einiges über das Thema Frust gelernt.

00:13:22: Jetzt frage ich mich eigentlich die Zuhörer und Zuhöhrerin fragen sich jetzt bestimmt Ja okay Und wie gehen wir denn das Thema frust an mit unserem Hund?

00:13:29: Wie können wir daran arbeiten?

00:13:31: Als war jetzt alle erstes eben hatten wir auch schon einmal kurz angeschnitten.

00:13:35: Es ist wichtig dass wir einfach die Alltagskompetenzen stärken, die wir für eine gute Frustrationstoleranz benötigen.

00:13:51: Auch da hatten wir das ein oder andere genannt, wenn ich es noch richtig um den Kopf habe?

00:13:56: Wir hatten ja auf jeden Fall, was ich vorhin auch angesprochen hab, der hohen Brauch natürlich eine Selbstwirksamkeit und vor allem eine Problemlösungsstrategie

00:14:06: Vielleicht einmal ganz kurz.

00:14:07: Selbstwirksamkeit für diejenigen, die sich da vielleicht noch nicht so miteinander gesetzt haben bedeutet im Prinzip dass ein Lebewesen ob jetzt Mensch oder Hund ist egal das Gefühl hat, dass er in der Situation was bewirken können.

00:14:27: Dass ich da zu einer Lage bin für mich die Situation zu verändern ist so ein bisschen die Selbstwirksamkeit.

00:14:34: Ich finde auch Selbstwirksamkeit ist ein brutal wichtiges Thema im Alltag und in der Praxis.

00:14:39: Ich habe oftmals Hunde im Training, die haben immer nur alles über Kommandos gelernt.

00:14:45: Das heißt sie müssen schon an der Ampel gleich hinsitzen Und wenn das da mal nicht passiert, dann wird der Hund so bisschen, ich sag mein Anführungszeichen panisch.

00:14:54: Weil er ja nicht weiß was jetzt von ihm verlangt wird.

00:14:56: Deshalb ich persönlich finde es gar nicht immer so erstrebenswert für alles immer ein Kommando aufzubauen und ich find auch der Hut kann einfach mal neben mir stehen an der Ampel Wenn er gelernt hat ok wir rennen hier nicht auf die Straße

00:15:07: Ja voll Und ich finde das Beispiel erklärt es auch ganz gut.

00:15:11: eben nochmal mit der Selbstwirksamkeit.

00:15:12: Der Hund ist in dem Moment nicht selbst wirksam, weil er halt eben nicht gelernt hat selber eine Strategie zu fahren.

00:15:19: aber das heißt trotzdem nicht dass er nicht selbstbewusst sein kann.

00:15:22: Das kann trotzdem ein absolut selbstbewusster Hund sein!

00:15:26: Aber ich finde, da sieht man auch ganz gut, dass eben Frust und Frustrationszoleranz unter Umgang mit Frust quasi im Alltag entsteht.

00:15:33: Und eben nicht im Training weil im Training bin ich oft in dem Bereich wo ich doch auch Kommandos anwende und im Alltag ist das eben nicht so.

00:15:42: Es ist für den Hund wichtig, dass er auch außerhalb eines Kommandos trotzdem irgendwie die Möglichkeit hat sich frei zu entfalten in einem Rahmen.

00:15:48: Woher weiß?

00:15:49: Da kann er sich reinentfalten und hat dann eben auch eine Möglichkeit.

00:15:52: wenn das jetzt gerade nicht geht warte ich nicht auf ein neues Kommando weil ich weiß es nicht was ich machen soll sondern er hat die Möglichkeit zu sagen oh dem mache ich halt etwas anderes.

00:16:02: Ich wirfe jetzt mal die Frage direkt an euch zurück.

00:16:04: Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass im Training oft viel mit Belohnungsaufschub aufgebaut wird oder?

00:16:09: Also der Hund weiß ja immer ich zeig das Verhalten.

00:16:11: Ich warte, ich warte und dann kommt schon der Keks!

00:16:14: Und das hat er wahrscheinlich ja am Alltag nicht wenn man in der Frustrationstoleranz arbeitet weil da haben wir eben dieses Thema Belohnungsausschub nicht.

00:16:20: Genau, da wollte ich im Prinzip gerade vorher schon eingehen als Katrin grad das angesprochen hat und zwar ja im Alltag Er lernt der Hund tatsächlich sehr viel zum Thema Frust und das ist auch das Relevanteste, weil es da natürlich auch viel in die Alltäglichkeit und in die Generalisierung geht.

00:16:42: Aber ich finde dass gerade der Bereich Frust durchaus einer ist wo man auch viel im Training erreichen kann Und Fabio hat's grad perfekt schon angesprochen.

00:16:51: Belohnungsaufschub Ist eine Methode die ich wählen kann um am Frust zu arbeiten Weil ich hier dosieren kann.

00:16:59: Also ich kann im Prinzip sagen okay Mein Hund hat ein extremes Problem mit seinem Frust, also Gerät der schnellen Frust und hat vielleicht sogar das Thema dass er sehr schnell sehr doll in Frust kippt.

00:17:12: Und wenn ich jetzt eine alltägliche Situation habe die nicht kontrollierbar ist und die auch nicht zum Erfolg für den Hund führt dann kommt er gar nicht in diese Situation mal anders zu denken man mal zu sagen ach so is gar nicht so schlimm.

00:17:27: Also er lernt quasi gar nicht damit zu arbeiten.

00:17:30: Mein Lieblingsbeispiel, da kriege ich was.

00:17:34: Das werde ich mal ein bisschen davon von meinen Kolleginnen und Kollegen belächelt.

00:17:40: Und das finde ich aber eben so passend ist tatsächlich der Vergleich mit dem Aufbau von Muskeln.

00:17:46: Und zwar die Frustrationstoleranz ist ja im Prinzip etwas, dass nicht von Anfang an gegeben ist – das muss der Hund!

00:17:54: lernen.

00:17:55: und das lässt sich tatsächlich eben wie wenn ich meinen Körper trainiere gut trainieren.

00:18:00: Das bedeutet, wenn ich jetzt beispielsweise Krafttraining machen würde dann gehe ich ja nicht her, gehe quasi drei Stunden ins Studio und mache keine Ahnung, hundert Wiederholungen.

00:18:13: mit dreihundert Kilo ist es natürlich völlig überspitzt gesagt.

00:18:16: Jetzt muss ich mein Training nachher umstellen Anderwin.

00:18:18: Du hast

00:18:21: immer so trainiert, ne?

00:18:22: Immer kurz.

00:18:22: Herr, hundertfünfzig Kilo los geht's!

00:18:26: Ne, das mache ich natürlich nicht weil dann bin ich überlastet sondern ich mach' das ganze dosiert und ich schau dass sich das eben so mache, dass ich auch wirklich einen Muskelaufbau hinbekomme.

00:18:35: Und so ist es bei der Frustrationstoleranz auch.

00:18:37: Das heißt Ich kann hier wirklich Trainingssituationen nutzen in denen auch wieder eine Entspannung passiert.

00:18:43: Das heißt, ich nehme genau das, ich nenne Belohnungsaufschub.

00:18:46: Das heisst ja nicht nur weil der Hund hinterher den Erfolg hat, weil er eben dann doch sein Leckerchen bekommen hat auf das er gerade gewartet hat, dass er nicht im Zwischenraum zwischen quasi der Zeit wo er es nicht bekommen hat bis er's bekommen hat nicht auch Frust verspürt Nur eben mit dem Erfolgserlebnis am Ende, dass es dann halt doch geklappt hat.

00:19:04: Das heißt wir können gerade in diesem Bereich sehr viel über Training arbeiten und das sind dann auf der Seite wiederum komandobasierte Trainings auch gar nicht verkehrt wenn man sie richtig einsetzt.

00:19:16: Aber was ich damit sagen wollte so wie du ansprichst die Frustrationstoleranz an sich kannst Du im Training aufbauen.

00:19:22: aber die frustrations Geschichte an sich ist eine Alltagsgeschichte, weil ich eben für den Umgang mit Frust brauche.

00:19:30: Der Belohnungsaufrupp das heißt die Impulskontrolle.

00:19:32: Ich muss ja als Hund quasi erstmal diesen ersten Drang das zu machen stoppen zu können und abzuwarten, damit ich klar im Denken bleibe.

00:19:41: Dann brauche ich im zweiten Step meine Frustrationstoleranz, dass sich das aushalten kann, dass ich jetzt gerade nicht an mein Ziel komme.

00:19:48: Und im dritten step brauche ja meine Effektkontrolle.

00:19:50: Das heißt, das sagt wiederum wie schnell ich mich aus dieser Situation erholen kann also wie schnell reguliere ich mich wieder runter?

00:19:56: Und diese Kompetenzen kann ich natürlich wie du sagst super gut auch mit Trainingseinheiten aufbauen weil Das sieht man ja auch sehr auf, eine Impulskontrolltraining.

00:20:04: Aber das allein reicht quasi nicht aus um ne Frustrationstoleranz herzustellen.

00:20:09: und was ich eben auch ganz wichtig finde für die Zuhörerinnen draußen, Ne Frustrationstoleranz entsteht wie du auch schon gesagt hast, nicht von Geburt an und man muss auch eine gewisse Reife haben.

00:20:20: Das heißt dass entsteht beim Hund oder bei einem Kleinkind zum Beispiel entsteht erst mit so drei vier Jahren.

00:20:25: davor kann ich noch gar keine Frustrationssoleranz haben, weil ich kognitiv noch nicht so weit bin.

00:20:30: Und beim Hund ist es eben auch so das kommt in der Pubertät!

00:20:33: Dann wenn der Hund eh schon völlig verrückt ist dann kommen die Gehirn-Dinge Strukturen quasi die dafür nachher in der Lage sind um Frustration quasi aushalten zu können?

00:20:44: Ja Ja, total richtig.

00:20:46: Also ich unterstreiche alle Punkte die du gerade gesagt hast.

00:20:48: Ich habe immer in der Praxis das Gefühl man kann besser die Kunden abholen wenn man an dem Thema Impulskontrolle erst mal arbeitet weil es für sie greifbarer wie wenn ich ihnen gleich sage ja okay am Ende folgt nicht die Belohnung für den Hund oder das, was er möchte damit der an den Frust arbeiten kann.

00:21:05: Dann ist es immer richtig schwierig besonders wenn man so Situationen hat.

00:21:08: Der Hund will immer zu jedem Besucher und du sagst naja vielleicht gibt's mal einen Besucher bei dem der Hund keinen Kontakt mit dem Besuch hat und auch mal lernt er es nicht immer im Mittelpunkt und das ist glaube ich die schwerste Aufgabe muss sich aber auch als persönlicher Erfahrung sagen ist für mich auch schwierig wenn Leute Bock haben mein Hund zu begrüßen und dann muss ich aussetzen sagen heute nicht dass es einfach ein super schwieriges Thema ja

00:21:29: auch bisschen frust Training für dich.

00:21:31: Also wenn Situation, man kann das hier einfach vor euch beide nutzen.

00:21:36: Stimmt tatsächlich ja!

00:21:38: Ich finde auch tatsächlich dass das Thema Frust beim Hund allgemein eines der schwersten ist.

00:21:45: also ich finde das zum einen kommt es extrem häufig vor und zum anderen ist es auch wirklich anstrengend ein Hund der viel und dollen Frust hat.

00:21:55: Das ist so anstrengend und es dauert vor allem oft unendlich lange, bis da eben Erfolge passieren.

00:22:03: Bis der Hund wirklich eine gewisse Basis hat!

00:22:07: Also gerade bei den Extremfällen, die wir meistens dann haben im Training.

00:22:11: Da ist es wirklich nervenzehrend auf die Menschen und frustrierend für die Menschen.

00:22:16: Weil man macht, man tut, man übt ... Und trotzdem hast du halt ständig diese Situationen wo der Hund halt ausrastet oder sich entzieht je nachdem was das natürlich für ein Frusttyp

00:22:26: ist?

00:22:26: Ich hab direkt paar Hunde im Kopf muss ich fairerweise sagen.

00:22:29: Ja!

00:22:30: Das ist wirklich ein Thema, wo wir so oft haben also wo irgendwie spielt Frust immer irgendwo, also nicht immer aber meistens irgendwo eine Rolle mit.

00:22:40: Und ich fange es gerade ganz gut an, dass du da so erklärt hast eben das ist ja auch ein super langer Weg ist.

00:22:44: Es ist auch so weil du musst so viel Kompetenzen aufbauen und Regulierungen schaffen und Möglichkeiten für den Hund schaffen um damit umzugehen.

00:22:51: Aber vielleicht wollen wir noch mal ganz kurz eben genau das ansprechen was jetzt eben die Erregungslage vom Hund.

00:22:59: Du hast ja vorhin auch gesagt manche entziehen sich bei manchen sind dann so drüber Der Punkt, warum das Training auch so lange geht.

00:23:06: Weil wir uns in einem gewissen Lernfeld aufhalten müssen und dass es gar nicht so einfach den Hund in diesem Lern-Feld zu halten.

00:23:12: Vielleicht magst du da mal ein bisschen was darüber erzählen?

00:23:16: Ja um das zu erklären kann man sich einen Modell ranziehen, dass ich eigentlich dafür ziemlich aussagekräftig finde und das wurde von den beiden Herren Jerks & Dodson entwickelt oder ja doch entwickelt Und das nennt sich eben das Jörgs-Dotzen-Modell oder Jörgstotzengesetz.

00:23:38: Da wurde im Prinzip mal wieder mit Mäusen und Versuch gemacht, so wie man es damals sehr gern gemacht hat – und heute leider auch noch!

00:23:47: Und zwar wurde da im Prinzip getestet, wie Mäuse am besten lernen.

00:23:57: Ich fasse jetzt das einfach mal ein bisschen grob zusammen.

00:24:00: Das ist vielleicht nicht das absolute Studienprogramm, was ich jetzt beschreibe aber im Prinzip wurden eben verschiedene Gruppen von Neusen in eine Kiste gesetzt.

00:24:13: Es gab verschiedene Wege Und der gewünschte Weg wurde dementsprechend festgelegt und dann wurde im Prinzip wieder mit Strom getestet.

00:24:21: Das heißt, wenn die Maus quasi den unerwünschten Weg gegangen ist hat sie einen Stromschlag bekommen.

00:24:29: Wenn der Stromschlag sehr stark war, hat man festgestellt das sehr wenig Lernen stattgefunden hat.

00:24:38: Und wenn der Strom schlag sehr leicht oder gar nicht stattgefundene hat war wiederum das Lernen nicht so gut möglich und bei einer mittleren Stromstärke quasi haben die Mäuse am meisten gelernt.

00:24:52: Das heißt, bei mittlerer Stromstärken haben sie schnell gelernt okay der eine Weg ist cool, der andere Weg ist nicht cool.

00:24:57: Und das kann man sich eben so ein bisschen ranziehen um zu gucken was brauchen wir eben damit unsere Hunde gut lernen können?

00:25:06: Im Geraden im Bereich Frust Und da kommen wir eben wieder darauf zurück, was wir eben ganz am Anfang schon mal kurz angeschnitten haben.

00:25:13: Es ist natürlich so dass der Hund eben ein gewisses Grad an Rust empfinden muss damit er eben dementsprechend auch lernt damit umzugehen.

00:25:23: Ich finde auch wenn man sich so den Frust oder den Stress vorstellt, dann stell ich mir das auch immer ein bisschen vor.

00:25:28: Wieso?

00:25:28: Wenn ich Benzin in den Tank rein kippe als es ein bisschen so einen Antrieb dann auch in eine andere Richtung zu gehen und das kann wie gesagt auch motivierend sein.

00:25:35: Und ich find' dass ist immer sehr verwirrend, wenn Stress immer nur negativ behaftet dargestellt wird.

00:25:40: Das ist nämlich gar nicht so!

00:25:41: Ich kann auch Stress haben wenn ich mich total auf die Podcast Folge freue und mich noch vorbereiten muss Dann ist es auch ein Stress.

00:25:48: aber trotzdem habe ich da mega Bock drauf und komme schon wieder mit einem besseren Gefühl raus.

00:25:53: Ja es ist ja eben, es gibt guten Stress und schlechten Stress.

00:25:56: Und das Ding ist ja immer auch einfach zu langen schlechten Stress zu haben.

00:26:00: Also du brauchst Stress für deinen Antrieb ohne dass würdest du... also die Cortisol-Ausschüttung ist in dem Moment einfach notwendig.

00:26:06: Es kommt aber drauf an wie viel wird ausgeschüttet und wie lange wird's raus geschüttelt?

00:26:10: Ich finde, wir haben jetzt schon ganz viel über das Thema Frust gesprochen.

00:26:13: Dass da alles so dahinter steckt?

00:26:14: Aber jetzt habe ich mich gerade gefragt ob unsere Zuhörerinnen überhaupt verstehen.

00:26:19: Wie kann ich erkennen, ob mein Hund Frust hat?

00:26:21: was zeigte da denn?

00:26:22: Genau.

00:26:23: also das ist natürlich wieder ein bisschen individuell wie es in den meisten Fällen ist weil... Es kommt drauf an!

00:26:31: Es kommt darauf an genau.

00:26:32: Ja wie wir es schon gesagt haben spielen ja verschiedene Emotionen mit eine Rolle und je nachdem welche Emotion da ansonsten noch mit dabei ist, sieht das Verhalten natürlich anders aus.

00:26:45: Wir hatten vorher schon mal beschrieben, Mut ist eine ganz häufige Emotion die damit rein spielt.

00:26:52: Dementsprechend wenn ich Mut habe dann zeigt der Hund in meisten Fällen Verhalten dass er in den aggressiven Bereich quasi fällt mit Bellen, mit in die Leine springen oder gegen den Zaun.

00:27:07: Oder wo auch immer er sich gerade auffällt.

00:27:09: also im besten eben in den meisten Fällen dann gegen die Blockade sich richtend.

00:27:15: wenn wir jetzt aber eher ein bisschen trauer Unsicherheit vielleicht mit drin haben.

00:27:26: Dann haben wir natürlich eben dieses Verhalten nicht, sondern dann haben wir eher sich entziehen, eine Resignation, dass der Hund sich quasi wirklich aus der Situation rausnimmt und sich zurückfallen lässt, vielleicht auch blockiert sogar und im Prinzip einfach nichts mehr mitmachen möchte.

00:27:41: Auch das könnte ein Symptom sein oder könnte eben ein Verhalten sein, das aus Brust resultiert hat.

00:27:48: gerade im Bereich, wenn wir Aggression haben dann also Wut haben.

00:27:53: Dann würde ich es vielleicht nochmal so ein bisschen genauer definieren.

00:27:57: was man da häufig vielleicht im Vergleich hat zumindest was meine Erfahrungen betrifft, sind etwas hellere Töne.

00:28:06: Also es geht dann oft eher so ein bisschen ins Schrein über, ins Fiepen, ins Winseln und auch das Bellen, das hört sich oft so ein bißchen heller an als wenn jetzt wirklich einen Drohnen des Bellens im Vergleich ist oder Knurren.

00:28:19: Und das ist vielleicht was, was man zur Unterscheidung so bischen nutzen kann.

00:28:23: aber man kann sich nicht hundert Prozent einfach nur aufs Geräusch verlassen logischerweise und vielleicht so ein insgesamt bisschen umgerichteter.

00:28:29: Wenn man jetzt den Hund sieht, der alleine pöbelt, der aus Fuß pöbelt, dann macht das nicht hundert Prozent gerichtet gegen eben zum Beispiel den anderen Hund, der kommt sondern dass es dann eben so ein bisschen hin und her springen ist einfach ein bisschen hektischer eventuell auch dann wieder das nach hinten gerichtete also so ein bissel im Zwiespalt auch mehr

00:28:47: genau.

00:28:47: aber ich glaube auch also dass das manchmal zu erkennen auch super schwierig ist.

00:28:52: deshalb sieht es ja auch für den Lein immer sehr gleich aus.

00:28:56: Aber Anne hat es schon benannt, ich finde immer auch so ein guter Punkt ist immer gerichtet und ungerichtet.

00:29:01: Ja mega!

00:29:02: Den Moment aber als Laie super schwer das quasi in dieser Thematik zu erkennen was es sein könnte.

00:29:09: Ja, aber ich find auch Anne du hast gerade Nagel auf den Kopf getroffen.

00:29:13: Den Kopf auf der Nage...nagel vom Kopf...getroffen.

00:29:17: Das ist tatsächlich einmal ganz ganz.

00:29:19: Also man sieht das ganz extrem immer, der Hund fängt dann an alles an zu blöken.

00:29:23: Dann darf er nicht zum Hund und dann ist es Fahrrad durchfährt, es ist genauso blöd, dann kommt der LKW, dann wird der Lkw angemeldet also dieses Ungerichtet, das trifft ziemlich gut ja?

00:29:33: Ja

00:29:34: aber Fabio vielleicht doch mal für die Zuhörerinnen so ein Alltags-Geschichte oder im Alltagstraining jetzt allgemein bei dir auch in einer Hundesschule was ist denn sowas wo du Ich hatte es ja vorhin auch davon, der Frust entsteht wenn ich eine Erwartung habe und umso höher meine Erwartungen an gewisse Sachen ist.

00:29:52: Umso mehr ist natürlich die Gefahr da dass der Früst entsteht.

00:29:56: was gibst du da so deinen Hundehalter und Hunde Halterinnen quasi mit wo man eben Prinzip erwartungen vielleicht auch ein bisschen kontrollieren kann?

00:30:04: Ich glaube, es ist auch wieder super individuell kommt immer drauf an.

00:30:07: Aber ich hatte jetzt vor kurzem ein Hund der war sehr im Frust zu den Besuchern hinzugehen.

00:30:13: aber man hat dann auch schon später gesehen das ganz viel über Belohnungsaufschub antrainiert wurde und der Hund halt die ganze Zeit in dieser Wartungshaltung war und dadurch auch gestresst war.

00:30:23: also wenn man sich zum Beispiel vorstellt dass man vor dem Hund Futter wirft Und der Hund darf nicht direkt dran Dann hast du einen Hund gesehen Der einfach mit seinem Kopf die ganze zeit aufs Futter geschoben.

00:30:33: der konnte sich überhaupt nicht lösen, weil er die ganze Zeit immer in dem Film war okay irgendwann wird es passieren.

00:30:39: Und ich versuch dann immer den Hundehalter und Unterhalterinnen Übungen an die Hand zu geben wo sie erstmal einen leichten Setting starten können.

00:30:47: Also zum Beispiel der Hund kriegt mal vielleicht seine Ration, die er zum Abendessen bekommt und dann gehe ich vielleicht zehn Minuten später nochmal an die Schublade, richtet dem Hund ein bisschen von dem Futter und vielleicht dieses Mal kommt es dann einfach wieder zurück in die Schuplade.

00:31:00: Dass der Hund langsam auch eine Situation hat wo er sagt ja okay Bedürfnis war ja gestillt und jetzt hatte er eine Erwartung darauf.

00:31:07: aber ich finde das muss man immer auch sehr individuell betrachten.

00:31:10: mir fällt's oft auf den Hundeplatz dass oftmals die Hunde dann anfangen wenn sie in einen Kommando gesetzt werden, also z.B.

00:31:17: ein Sitz und dann unterhält sich der, der gerade dran ist mit dem Trainer, dann fängt der Hund an den Mensch an zu springen oder dann zu bellen.

00:31:25: Das sieht man dann klassisch immer dieses okay wie wurde es denn eigentlich aufgebaut?

00:31:29: Der Hund hat direkt den Keks bekommen und dann wird das sofort frustrig wenn's nicht gleich so passiert!

00:31:34: Ja, genau.

00:31:35: Also im Prinzip kommt es halt wirklich immer auf den Mut nix an zwischen... Wir arbeiten über Belohnungsaufschub aber natürlich mit Bedacht.

00:31:44: Ich achte darauf wann mache ich das und ich zöge das auch mal raus um dabei wirklich im Training zu bleiben?

00:31:50: oder ob ich quasi Belohnungsausschub unter Anführungsstrichen mach und eigentlich immer den gleichen Rhythmus habe und eigentlich nur eine Erwartungshaltung schüre noch als Gegenpart dazu, auch die Situation zu haben in denen es dann gar nicht zur Belohnung kommt.

00:32:11: Weil das eben wie du vorher so schön beschrieben hast mit dem Besuch der vielleicht mal nicht begrüßt werden möchte weil das natürlich auch passiert im Alltag dass es halt wirklich gar nicht zu eben der Befriedigung des jeweiligen Wunsches oder des Bedürfnis in den Moment kommt Und das muss natürlich dann auch geübt werden, je nachdem wie weit der Hund natürlich ist.

00:32:33: Da kann man, wie du gesagt hast, kleine Situationen im Alltag nutzen und ich finde dein Beispiel richtig cool, dass du sagst okay, ich habe wirklich den Wunsch und das Bedürfnis schon absolut befriedigt und jetzt kommt was womit der Hund eigentlich nicht gerechnet hat aber trotzdem durch den Ablauf eine Erwartungshaltung entsteht dieses Ich richte den Futter her und weil es aber schon befriedigte wurde, hat man nicht so das Problem damit.

00:32:57: Kann ich das richtig cool nutzen?

00:32:58: Vielleicht tatsächlich eine sehr coole Möglichkeit.

00:33:01: Also, ich habe gerade darüber nachgedacht und ich glaube eher versuche ich also das was wir gerade gesprochen haben mit dem Ausdehn... Richtig auch!

00:33:08: sie klar auf den Hund, aber auch oftmals auf die Menschen.

00:33:11: Weil die haben damit auch immer Themen und ich finde auch die Menschen darf man dann nicht überfordern.

00:33:16: ihr habt ja auch vorhin gesagt Fabio da kannst du auch an deiner Frustrationstoleranz arbeiten.

00:33:20: Ja korrekt weil wenn ich denen jetzt gesagt hätte der nächste Besuch der kommt er darf nicht zu eurem Hund das hätten die Safe nicht gemacht.

00:33:26: also bin ich mir ganz sicher und deshalb versuche ich mir dann immer so kleine Baustellen zu suchen an denen man arbeiten kann.

00:33:32: wie gesagt Der Hund hat gegessen.

00:33:34: Ich weiß ganz genau er ist nicht hungrig Und dann kann ich vielleicht mal sowas darstellen.

00:33:39: Und ich muss auch jetzt mal die Tage nachfragen, wie das funktioniert hat, weil sie noch gar nicht wiederhund drauf reagiert haben und der war sehr frustig in vielen

00:33:46: Situationen.".

00:33:47: Ja aber da ist ja doch im Punkt authentisch zu sein angesprochen.

00:33:50: Wenn ich es halt selber nicht leisten kann dann brauche ich das auch nicht probieren und es geht ja wirklich in dem Frustthema darum einfach mal eine Erwartung eben auch wie wir schon gesagt haben mit Routine oder Mustern zu sagen Es ist mal ne Kleinigkeit anders und ich will nur diesen Hä?

00:34:05: Moment vom Hund.

00:34:07: Warum ist das jetzt anders?

00:34:08: und mehr will ich in dem Moment erst mal gar nicht, ne?

00:34:10: Ja.

00:34:11: Hab auch gerade überlegt, das greift ja auch wieder eigentlich ins Thema Automatismen oder?

00:34:15: Das hier auch so ein bisschen dieses Hey Leinen die Handigrennen zu Tür...

00:34:19: Das sind alles Erwartungen.

00:34:20: durch Automatismen haben wir natürlich auch Erwartung man mehr Mal weniger aber die kann ich natürlich überprüfen und schauen kann Ich da mal zum kleinen Moment Einbauen wurde der Hund mal kurz sagt warum ist es jetzt anders?

00:34:31: Und was man vielleicht an der Stelle auch noch mal, wenn wir gerade das Thema Automatismen nochmal angesprochen haben.

00:34:36: Das ist ja genau das!

00:34:37: Wir haben eine Erwartungshaltung durch die Automatismen.

00:34:40: Manchmal ist es so dass ein Hund so extrem da drin gefangen ist also einfach wirklich extrem schnell in den Frust verfällt.

00:34:47: und da kann es tatsächlich auch sinnvoll sein manchmal zu sagen ich verändere tatsächlich die Erwartungshaltung.

00:34:56: Das heißt, mein Hund lernt eine andere schöne Erwartungshaltung für die Situation zu entwickeln.

00:35:03: Damit ich sie besser kontrollieren kann.

00:35:05: Beispielsweise eine Erwartungshaltung auf Futter kann nicht besser kontrolliert als eine Erwartungshaltungen auf fremde Menschen oder fremden Hunden.

00:35:14: Und das kann durchaus sinnvoll sein, kein Pauschaltipp.

00:35:17: Aber es kann sinnvoll zu sein und zu sagen okay ich ändere diese Erwartungshaltung eben auf mein Futter hin zum Beispiel in einer Menschenbegegnung dann habe ich was Kontrollierbares und das kann ich dann wieder wegarbeiten.

00:35:29: Ich muss mir natürlich überlegen ob das sinnvoll ist in dem Moment oder ob ich mich einfach noch größeres Problem mache und noch mehr Erregungen reinbringen in die Situation.

00:35:37: aber das kann auch ein Tool sein dass sich bei sehr frustrigen Hunden einsetzt.

00:35:43: Mich würde tatsächlich auch interessieren, wie es bei den Zuhörern und Zuhöhrerinnen ist.

00:35:48: Und ob ihr vielleicht bei euch im Alltag öfter mal Situationen seht oder vielleicht jetzt nach dieser Folge.

00:35:56: Situationen erkennt in denen eure Hunde eine hohe Erwartungshaltung an die Situation oder irgendwelche Dinge haben.

00:36:03: Wir würden uns total freuen!

00:36:04: Ich spreche jetzt einmal für euch beide andere mit Wenn ihr uns da gerne einfach mal bisschen was davon berichtet und uns Situationen beschreibt, die ihr da erkennt auch vielleicht wie euer Hund sich da verhält.

00:36:17: Ganz wichtiger Punkt den Anne da anspricht nutzt gerne die Kommentarfunktion auf den verschiedenen Plattform.

00:36:22: wir freuen uns total über eure Zuschriften.

00:36:24: wir nehmen das gerne auf und sprechen dann irgendwann mal auch über die Themen.

00:36:27: Okay vielleicht jetzt noch einmal kurz zusammengefasst was wir euch heute gerne mitgeben wollten.

00:36:33: Katrin magst du es vielleicht nochmal kurz zusammenfassen?

00:36:36: Ich glaube der wichtigste Punkt den wir mit diesem Thema nach außendragen wollten, ist das einfach Frust was völlig normales ist.

00:36:43: Was zum Leben dazugehört aber ich natürlich meinem Hund in diesen Situationen eine Möglichkeit geben muss da wieder rauszufinden.

00:36:50: Das heißt Ich muss meinem Hund helfen sich zu regulieren eben dass er die Kompetenzen erreicht um mit Frust umgehen zu können und dann darf sowas im Alltag natürlich immer mal wieder vorkommen.

00:37:00: es ist etwas ganz ganz normales und ich glaube das ist das was ich auf jeden Fall mit dieser Folge nach außen tragen wollte

00:37:06: nicht mit

00:37:07: Ja, das sind glaube ich schöne letzte Worte.

00:37:09: und damit tschüss und bis zum nächsten Mal.

00:37:12: Bis dahin!

00:37:13: Tschüß.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.